Die Museumssaison 2026 ist zuende, und unsere vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gehen in die Winterpause: Die Frauen, die von April bis Oktober an jedem letzten Sonntag im Monat die leckersten Kuchen und Torten gebacken, im Service geholfen, Geschirr gespült haben. Die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder, die sich im Hintergrund um Vieles kümmern, Führungen anbieten, die Finanzen im Blick behalten, unseren Neubau begleiten. Die Pause haben sie sich alle sowas von verdient!
Die gute Nachricht für Sie: Wenn Sie es in den vergangenen Monaten nicht geschafft haben, unser Museum zu besuchen, dann sind wir natürlich auch außerhalb der Saison und außerhalb der üblichen Öffnungszeiten für Sie da! Rufen Sie uns einfach an und machen Sie einen Termin aus, irgendwas kriegen wir für interessierte Besucherinnen und Besucher immer hin! Wir freuen uns! Am besten erreichen Sie uns über das Telefon von Museumsleiter Gerhard Schäfer, Telefon: 0 62 74 – 9 50 02 oder 0171 9906420. Oder schicken Sie uns eine Mail: museum.wagenschwend@t-online.de .
Literaturbegeisterte im Neckar-Odenwald-Kreis können sich freuen. Das Literaturmuseum Augsta Bender (LIMAG) Schefflenz und das Museum Wagenschwend (MUWA) veranstalten am 3. und 4. Oktober 2026 zwei Literaturtage in Schefflenz und Wagenschwend, für die zwei herausragende AutorInnen der deutschen Gegenwartsliteratur gewonnen werden konnten: die Dramatikerin Theresa Walser sowie der Essayist und Romancier Karl-Heinz Ott.
Organisiert werden die beiden Veranstaltungen am 3. und 4. Oktober 2026 vom Literaturmuseum Schefflenz und vom Museum Wagenschwend unter Mitarbeit des Wagenschwender Literaturwissenschaftlers Prof. Dr. Clemens Pornschlegel i.R., der bis 2024 an der LMU München gelehrt hat.
Theresia Walser hat sich als eine der profiliertesten Stückeschreiberinnen der Gegenwart einen Namen gemacht. Ihre Stücke – ein Teil davon ist 2019 im Band des Rowohlt-Verlags „Morgen in Katar. Theaterstücke“ erschienen – wurden u.a. in den Münchner Kammerspielen, im Maxim-Gorki-Theater Berlin, im Theater Stuttgart und bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. Insbesondere ist Theresia Walser auch als Hausautorin des Nationaltheaters Mannheim bekannt geworden. Ihre Stücke stellen auf freche, scharfzüngig entlarvende, dabei stets empathische Weise die Grotesken, Absurditäten, Lebenslügen, Gemeinheiten, Lächerlichkeiten unserer Alltagsexistenzen vor Augen: ob im Zugwaggon oder im Rathaus, auf dem Kreuzfahrtschiff oder in der Herrenabteilung eines Kaufhauses.
Karl Heinz Ott zählt zu den wichtigsten Roman- und Essay-Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. Er wurde 2026 mit dem Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Romanen gehören: Die Auferstehung (2015), Und jeden Morgen das Meer (2018), Die Heilung von Luzon (2025). Daneben ist Ott durch brillante Essays hervorgetreten: über Georg Friedrich Händel (Tumult und Grazie, 2008), Beethoven (Rausch und Stille. Beethovens Sinfonien, 2019), aber auch über die Vordenker der grassierenden Antimoderne: Verfluchte Neuzeit. Eine Geschichte des reaktionären Denkens, 2022.
Am Samstag,den 3.Oktober2026, werden Theresia Walser und Karl Heinz Ott um 19.00 Uhr im Museum Wagenschwend gemeinsam aus ihren Texten und Stücken lesen.
Am Sonntag,den 4. Oktober2026, findet im Literaturmuseum Schefflenz um 11.00 Uhr eine Matinee mit Theresa Walser statt. Im Rahmen eines Publikumsgesprächs wird Theresia Walser Auskunft über die Frauenfiguren ihrer Theaterstücke, aber auch über die Probleme von Autorinnen im deutschen Literatur- und Theaterbetrieb geben.
Eintrittsreis: € 15,- Ermäßigt für Schüler und Studenten € 10,-
Damit wir planen können, freuen wir uns über eine Anmeldung:
Telefon: 0 62 74 – 9 50 02 oder 0171 9906420 Gerhard Schäfer, Museumsleiter
Zum Wagenschwender Dorfjubiläum haben wir alles, was wir zum Thema „Wäsche waschen“ bei uns im Museum haben, an die Wagenschwender Waschfrauen übergeben. Daraus entstand eine Station auf der Wagenschwender Festmeile – und viele Besucherinnen und Besucher haben nicht schlecht gestaunt, wie mühsam die große (und die kleine) Wäsche früher war! Mit Waschbrett und Zuber, Feuer und Wasser, eine echte Plackerei! Zur Festmeile haben die Waschfrauen extra große Tafeln mit Erläuterungen herstellen lassen – und die bekommen wir jetzt für unser Museum. Die nächste Sonderausstellung zum Thema „Schmutzige Wäsche“ ist also schon geplant!
Ein ganz großer Dank geht an das Ehgepaar Lünig aus Wagenschwend, die nicht nur einen Teil ihres Grundstücks für die temporäre Wäscherei beim Dorfjubiläum zur Verfügung gestellt hat, sondern auch die Tafeln gestaltet und finanziert hat! Danke für dieses Engagement! Danke auch an Ruth Schmitt (unten rechts im Bild), die überhaupt erst mal die tolle Idee zur Wasch-Aktion hatte, hatte, die dann recherchiert und die Texte zusammengestellt – und schlußendlich uns die Tafeln überbracht hat!
Als eine der letzten Aktionen in diesem Jahr nahmen wir am Sonntag, den 9. November um 10 Uhr morgens die Apfelbaum-Pflanz-Challenge an und pflanzten einen Apfelbaum. Nicht irgendwo, sondern auf der Streuobstwiese des alten Pius in ebenso harmonischer, wie professioneller Zusammenarbeit der dritten, vierten und fünften Generation … auf das er angehe, blühe und Früchte trage!
Es war Zufall, dass wir den Herrn mit der Schiebermütze am Friedhof in Wagenschwend getroffen haben, denn er war nur kurz da, ohne jedes Aufsehen, ganz still und fast bescheiden: Mariusz Skórko vom Polnischen Generalkonsulat in München legte dieser Tage ein kleines Blumengebinde in den polnischen Nationalfarben am Grab von Hanka Szendzielarz ab, jener polnischen Zwangsarbeiterin, die kurz vor Kriegsende in Wagenschwend bei einer Schießerei ums Leben kam. Über Hankas Geschichte haben wir für das Museum einen Film gemacht, den Sie hier auf unserer Website sehen können. Konsul Skórko freute sich, dass es den Film inzwischen auch auf Polnisch gibt.
Mariusz Skórko kam also von München angefahren, legte das Gebinde an Hankas Grab in Wagenschwend ab, blieb noch einen Moment im kalten Wind auf dem Friedhof stehen und fuhr dann wieder davon. Ein kurzer stiller Besuch als Zeichen dafür, dass Hanka nicht vergessen ist.
Wir hatten die letzten Tage das Vergnügen, Prof.Dr.Dr. Gregor Lichtenberg bei seinen Arbeiten im Museum Wagenschwend begleiten zu dürfen und an seinen neuesten Forschungen teilzuhaben. Es ging um künstlerisch so bedeutende Namen wie Joseph Beuys, Andy Warhol, Jackson Pollock, Christo und sogar die Beatles – und was sie, so die aktuellen Forschungsergebnisse von Prof. Lichtenberg, mit dem Odenwald verbindet. Ein Thema, das von der klassischen Kunstgeschichte bisher weitgehend ignoriert wurde – bleiben Sie dran!
Der Apfelgipfel rückt näher und näher … und wir starten schon mal langsam mit der Werbung. Hinter den Kulissen wird seit Wochen mit Hochdruck am Programm gearbeitet – und wir freuen uns auf den 28. September: Weitersagen!
So oder so ähnlich könnte man das nennen, was die Männer vom Limbacher Bauhof in unserem Museumskeller vor einiger Zeit bei Erdarbeiten gefunden haben: Scharfe Munition, vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg. In der Erde verbuddelt, warum und wann auch immer. Ein Dutzend große Patronen. Die Arbeiten wurden daraufhin eigestellt, der Keller abgesperrt, ein Kampfmittelbeseitigungsdienst beauftragt.
Dieser Tage war nun ein Sprengmeister vor Ort, um gemeinsam mit den Bauhof-Männern die weitere Erde im betreffenden Kellerraum abzutragen. Stück für Stück, ganz vorsichtig. Niemand wusste ja, was da noch alles verbuddelt sein und zum Vorschein kommen könnte.
Auch ein Metalldetektor wurde eingesetzt, kam aber schnell an seine Grenzen, weil in der lockeren Erde zuviele andere Materialien den Detektor irritierten: Flaschen und Glasscherben, Porzellan, Holz, Steine, verrostetes Metall. Die Reste einer Munitionskiste wurden ausgegraben, aber es fand sich keine weitere Munition oder andere Sprengstoffe im Erdreich.
Jetzt ist die Gefahr gebannt, und wir haben einen neuen, frisch von der rund 1 Meter hohen aufgeschütteten Erde befreiten Kellerraum. Nur das letzte Rätsel bleibt: Warum hat überhaupt irgendjemand, irgendwann die Erde in den Kellerraum hineingebracht? Bisher konnte uns das niemand sagen.
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